Dieses Buch sah ich in der Buchhandlung stehen und war verwundert: Ein blauer Hund? Warum soll der Hund blau werden? Der Benny ist ja gerne mal schlammbraun, oder notfalls auch kuhfladengrün, aber blau war er noch nie…Ein Blick auf die Umschlagrückseite zeigte: Hier geht es mitnichten um Malanleitungen für Hunde, sondern um ein ganz besonderes Trainingskonzept. Darüber wollte ich unbedingt mehr erfahren! Und weil zum „Blauerhund-Konzept“ drei Bände gehören, gibt es jetzt die erste Fortsetzungsgeschichte bei den Raunies! 🙂
Die erste, spannende Frage ist natürlich: Warum um Himmels willen sollte ein Hund eigentlich blau sein? In der Farbysmbolik steht die Farbe blau für Treue und Freundschaft, für Ruhe und Entspannung – und genau darum geht es im „Blauerhund-Konzept“: Der Hund soll unser Partner und unser Freund werden, er soll in möglichst vielen Situationen ruhig und gelassen bleiben und sich Mensch und Tier gegenüber friedlich verhalten. Auch das Training findet in entspannter Atmosphäre statt. Der Hund wird niemals gezwungen etwas zu tun, sondern Madeleine und Rolf Franck zeigen im „Blauerhund-Konzept“, wie man eine Umgebung schaffen kann, in der Hunde gerne lernen und mit ihrem Menschen zusammenarbeiten.
Dominanz – Tatsache oder Missverständnis?
Immer noch spukt die Dominanztheorie bei Hunden in vielen Köpfen herum – uns Menschen wird nicht zuletzt durch selbsternannte Fernseh-Hundetrainier immer noch eingetrichtert, jeder Hund würde stets und ständig nach der
Weltherrschaft Rudelführerschaft streben. Für einen wohlerzogenen Hund müsse man also nur dem „dominanten“ Vierbeiner klar machen, wer das Sagen hat, und alle Probleme lösen sich angeblich in Luft auf. Madeleine und Rolf Franck erklären, warum die Dominanztheorie nichts ist als ein grandioses Missverständnis, dass wir für unsere Hunde eher Eltern als Rudelführer sind – und wie wir unsere Rolle als Quasi-Eltern am besten ausfüllen.
Emotionales Lernen – auf die inneren Werte kommt es an
Das Hunde Gefühle wie Freude oder auch Eifersucht empfinden können, ist für uns Hundehalter natürlich nichts neues – dass man diese Emotionen gezielt fürs Training nutzen kann aber vielleicht schon. Was sich für unsere Hunde gut anfühlt, werden sie auch gerne und oft wiederholen. Dabei ist das Lernen über Emotionen viel mächtiger als die bloße Belohnung mit Leckerlis: Warum das so ist und wie das genau funktioniert, erklären Madeleine und Rolf Franck im „Blauerhund-Konzept“. So ganz nebenbei erfährt man auch noch, warum Belohnung so viel mehr bedeutet als Leckerchen füttern, und wie man zum Beispiel Mauselöcher als Jackpot einsetzen kann.
Emotionales Lernen – Es wird praktisch!
Ein erfolgreiches Hundetraining findet zuerst einmal im Menschenkopf statt – das Training sollte sorgfältig geplant und strukturiert werden, damit unser vierbeiniger Schüler einfach gar nichts falsches lernen kann. Ist er dann auf dem richtigen Weg, wird ihm das per Clicker oder Markerwort bestätigt und er bekommt eine individuelle Belohnung – so einfach und gleichzeitig effektiv kann Hundetraining sein! Der zweite Teil des „Blauerhund-Konzeptes“ ist voller erprobter, praktischer Anleitungen die sofort Lust aufs ausprobieren machen. Von Intervalltraining bis zum Umgang mit Fehlern, vom hündischen „ich hab jetzt aber keine Lust“ bis zur Diskussion über den Einsatz von Strafe erklären Madeleine und Rolf Franck, wie die Ausbildung zum blauen Hund abläuft.
Jetzt macht’s Click – Clickern nach Blauerhund
Der kleine Knackfrosch ist aus dem modernen Hundetraining gar nicht mehr wegzudenken – aber der Clicker kann noch viel mehr, als eine korrekte Aktion punktgenau zu markieren und unserem Hund so zu sagen: Das war richtig, bitte mehr davon! Was genau der Clicker sonst noch alles im Hundekopf anstellt, und wie man das effektiv fürs Hundetraining ausnutzt, erklären die Autoren anschaulich mit Hilfe von praktischen Beispielen und vielen Bildern, die direkt Lust aufs üben machen. Und das beste ist: Auf dem Weg zum blauen Hund war dieses der erste Streich, doch der zweite folgt (fast) sogleich!
Alle Bilder sind von Madeleine Franck, Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Cadmos Verlages.
Das Buch könnt ihr direkt hier bestellen.